Friederike Gräfin von Brühl: Wann ist Kunst wirklich echt? Über Beweislast, Marktmacht und rechtliche Besonderheiten.
Ein Kunstwerk hängt an der Wand. Signiert, dokumentiert und sogar mit Zertifikat.
Und doch steht plötzlich die Frage im Raum: Ist es auch wirklich echt?
Am Kunstmarkt entscheidet dieser Begriff über Vertrauen, Reputation und nicht selten sogar über Millionenbeträge. Juristisch jedoch ist „Echtheit“ kein Gefühl und kein ästhetisches Urteil, sondern eine Frage von Beweislast, Gewährleistung, Verjährungsfristen und vor allem von Zuständigkeiten. Denn wer darf eigentlich verbindlich sagen, dass ein Werk authentisch ist? Ein Experte, eine Expertin? Ein Werkverzeichnis? Die Kunstschaffenden selbst? Oder am Ende doch ein Gericht?
Die Praxis zeigt: Markt und Recht sprechen nicht immer dieselbe Sprache. In den...